Meine erste Wanderreise! Was nimmt man da mit? Schaffe ich die Tagesetappen die Hillwalk Tours vorsieht? Hält Mama die Strecke durch? Das waren die ersten Fragen die mir einfielen als wir beschlossen den West Highland Way in Schottland gemeinsam als self guided walking Tour zu wandern.

Wenn euch die Antworten auf die Fragen, weitere Details der Reise und viele Fotos interessieren – lest weiter! 🙂

INFORMATION
Bei diesem Reisebericht handelt es sich um eine Nacherzählung meiner Wanderung auf dem West Highland Way in Schottland vom 29.09. – 07.10.2015. Ich habe versucht die Reise anhand meiner Erinnerungen, Unterlagen, Fotos, Tickets etc. so originalgetreu wie möglich nachzuerzählen, sollte es trotzdem zu kleinen Unstimmigkeiten kommen bitte ich darum mir dies nachzusehen.

Allgemeines über den West Highland Way

Der West Highland Way – zukünftig WHW genannt –  beginnt mitten im Stadtzentum der kleinen Stadt Milngavie. Milngavie ist von Glasgow aus in 30 Minuten mit dem Zug erreichbar. Wir sind allerdings von Edinburgh aus mit dem Bus gefahren was knapp zwei Stunden gedauert hat. Dieser Weg war leider notwendig, da von Hamburg kein Direktflug nach Glasgow geht. Solltet Ihr nach dem Weg nach Milngavie fragen müssen, dann beachtet bitte das der Ort zwar „mill’n’gavy“ geschrieben wird, sich aber komplett anders ausspricht – und zwar „mull guy“.

Streckenverlauf

Von Milngavie aus führt der Wanderweg auf offenes Land und lässt den nördlichen Rand von Glasgow hinter sich. Der Weg folgt kleinen Landstraßen und einem stillgelegten Bahngleis, führt durch einen Waldpark und über den malerisch schönen Conic Hill nach Balmaha am See Loch Lomond.

Von dort aus folgt die Route dem einsamen, bewaldeten östlichen Ufern des Sees über die Orte Rowardennan und Inversnaid nach Inverarnan. Dieser Teil der Strecke ist ziemlich uneben und obwohl kein klettern gefragt ist, kann das viele Bergauf und Bergab ganz schön müde machen. Allerdings ist der Weg am Loch Lomond vorbei auch einer der schönsten Abschnitte des Wanderweges. Der Weg führt danach nordwärts über Crianlarich nach Tyndrum.

Nördlich von Tyndrum wird der WHW dann etwas abgelegener. Die Route führt durch das Glen Orchy Tal bevor es die unberührte Moorlandschaft des Rannoch Moor überquert und ins berühmte Glencoe hinunterführt. Glencoe wird oft als einer der spektakulärsten und schönsten Orte in Schottland beschrieben. Von dort aus überquert die Route den Devil’s Staircase und führt dann mit leichtem Gefälle nach Kinlochleven.

Der letzte Teil des Wegs verläuft entlang der Mamore Mountains auf einem alten Militärweg, führt hinunter ins Glen Nevis Tal und endet schließlich in Fort William.

Terrain und Wegcharackter

Das Gelände über das der West Highland Way führt ist vielseitig: Weite, bequemen Wald- und Forstwege, kurvenreiche Pfade durch Moor- und Heideland , Pfade an Berghängen, hügelige baumgesäumte Wege, und querfeldein verlaufende Pfade sorgen für Abwechslung. Der Wanderweg wurde entlang historischer Kommunikationswege entworfen und verläuft auf alten Militärwegen, stillgelegten Bahngleisen und ehemaligen Viehtriebrouten.

Da der Wanderweg große Höhen vermeidet, ist er für die meisten Wanderer bezwingbar. Eine der schwierigsten Strecken ist der Weg am östlichen Ufer des Loch Lomond und einige andere Abschnitte bieteten kaum Schutz vor schlechtem Wetter. Der Anstieg auf der gesamten Route beträgt ca. 3900 m mit einigen langen und steilen Stücken, besonders in der Nähe von Glencoe. Mit 550 m Höhe ist Devil’s Staircase der höchste Punkt der gesamten Strecke.

Wegen der vielen Wanderer sind einige Teile des Wanderweges oft sehr abgetragen. Jedoch wird die Route viel und regelmäßig gepflegt und so erhalten. Der Weg führt durch eine Vielfalt von Wald- und Forstgebieten. Die Wälder entlang der Route stehen heute unter strengem Naturschutz.

Karte

Anreise und Milngavie

Früh morgens machten wir uns auf den Weg zum Hamburg Airport. Von hier aus ging um kurz nach 7 unser Flug nach Edinburgh und keine zwei Stunden später standen wir pünktlich an der Gepäckausgabe und warteten auf unsere Koffer.

Der erste Anschluss den wir nahmen war der City Link Bus 900 von Edinburgh nach Glasgow. Der Bus ist etwa eineinhalb Stunden unterwegs und setzt einen im Stadtzentrum von Glasgow ab. Von dort machten wir uns erst einmal auf die Suche nach einer SIM Karte fürs Handy, damit wir anständig telefonieren konnten und auch Internet hatten.

Das nächste Mittel der Wahl, um zu unserem Startpunkt Milngavie zu kommen, war der Zug. Scotrail fährt die Strecke alle 15 Minuten und man ist keine halbe Stunde unterwegs, dabei kann man das grüne Umland von Glasgow genießen.

Ein paar andere Anreisemöglichkeiten zum Startpunkt des WHW, zum Beispiel von den Flughäfen Glasgow International Airport oder Prestwick, sind bei Macs Adventures beschrieben.

Als Unterkunft für die erste Nacht in Milngavie hatte Hillwalk Tours uns ein Zimmer im Premier Inn Glasgow (Milngavie) gebucht. Das Hotel ist nicht zu groß, sehr schön gelegen, hat sehr freundliche Mitarbeiter und die Zimmer sind geräumig, gut ausgestattet und gemütlich. Direkt nebenan befindet sich das Restaurant „Beefeater West Highland Gate“ in dem wir sehr gut zu Abend aßen (Englisches 10oz Rib-Eye Steak for the win! 😍). Außerdem habe ich dort im Restaurant das erste Mal in meinem Leben das Punk IPA von Brewdog getrunken, ein großartiges India Pale Ale mit einer leichten Kräuternote – unbedingt probierenswert!

Übersichtskarte des West Highland Way
Übersichtskarte des West Highland Way

Vor dem Essen schlenderten wir noch etwas durch das Örtchen Milngavie und entdeckten auch schon den Startpunkt des WHW – dazu aber später mehr. Was wir auch sahen war ein Willkommensschild mit Übersichtskarte des Wanderweges, der uns mit folgendem Text Lust auf den nächsten Tag machte.

Herzlich Willkommen am Anfang Ihrer Reise. Während Sie den West Highland Way erwandern, halten Sie Ausschau nach diesen Menschen der Vergangenheit. Auch sie sind aus den unterschiedlichsten Gründen auf Abschnitten dieser Route gewandert und alle haben sie eine Geschichte zu erzählen. Wir hoffen das Sie Ihre Ferien genießen und eine angenehme Wanderung erleben werden.

Nach dem Essen sahen wir zu das wir ins Hotel und ins Bett kamen, denn keiner von uns wusste genau was am nächsten Tag auf uns wartete. Wie wir uns auf der ersten Etappe schlugen lest Ihr auf der nächsten Seite.

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2 Kommentare

  1. Ein wirklich toller Bericht, der mich sehr neugierig auf den Weg gemacht hat. Vielen Dank für die vielen Infos!

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