Tag 8: Kingshouse – Kinlochleven

Distanz 16km  Wanderzeit: 4 – 6 Stunden  Höhenmeter (↑) 550m

War es gestern nur etwas stärker bewölkt, so sah es heute richtig grau und verregnet aus. Auch gab es keinen Frühnebel der uns als Garant für gutes Wetter ab 10 oder 11 Uhr bisher nie eintäuscht hatte. Wir ließen uns also reichlich Zeit und da meine Schienbeine immer noch etwas weh taten nahm ich nach dem leckeren Frühstück einfach nochmal ein Bad.

Viel später als gewohnt machten wir uns dann auf den Weg und liefen in der menschenleeren Hochebene durch schönstes Schietwetter, als Norddeutscher ist man Regen und Wind ja durchaus gewohnt 🙂

Dunkel und grau...
Dunkel und grau…
...lassen wir Kingshouse Hotel hinter uns zurück
…lassen wir Kingshouse Hotel hinter uns zurück
Die letzten ebenen Meter vor dem Devil's Staircase
Die letzten ebenen Meter vor dem Devil’s Staircase

Nach etwa vier Kilometern steigt der Weg an. Erst sanft und dann immer stärker. In serpentinenartigen Zick Zack Kurven geht es den sogenannten Devil’s Staircase hinauf. Dieser wird einigermaßen steil kurz bevor man den Grat und somit den höchsten Punkt des West Highland Ways erreicht. 584 Meter befindet man sich hier über Meereshöhe und das merkt man auch. Das Wetter war mittlerweile stürmisch, es war ziemlich kühl hier oben und der Nieselregen rechtfertigte das erste mal die Regenjacke die wir täglich dabei hatten 😉

Die letzten 300 Meter vor dem Grat sind die Wege ziemlich lose und bestehen aus viel Geröll, man ist also einigermaßen aus der Puste wen man oben ankommt…zumindest wenn man so untrainiert ist wie wir. Wir hätten nun gerne gerastet, dafür war es aber zu windig, also gingen wir weiter, diesmal erst etwas steiler bergab und dann immer sanfter in die Hochebene hinein.

500 Meter weiter rasteten wir geschützt hinter einem Felsen und der Morgens eingepackte Tee war genau das richtige zum aufwärmen!

Devil's Staircase - höchster Punkt des West Highland Way
Devil’s Staircase – höchster Punkt des West Highland Way
Unser Weg liegt klar vor uns
Unser Weg liegt klar vor uns
Blick über die Ben Nevis Bergkette
Blick über die Ben Nevis Bergkette
Ein wundervoller Wildbach
Ein wundervoller Wildbach

Gegen Ende der Tagesetappe erreichten wir wieder die Talsohle der Ebene und dort einen Wildbach der sich plätschernd seinen Weg durch die Landschaft schlängelte. Die unglaubliche Fülle an Grüntönen die wir bisher bei bestem Sonnenschein bewundert haben, bewies uns heute, dass Grün auch ohne Sonne leuchten und verzaubern kann.

Auch die Farne, in den letzten Tagen weniger geworden, tauchten wieder auf.

Vegetation wie im Dschungel
Vegetation wie im Dschungel

Nachdem wir die Farne hinter uns gelassen hatten kamen wir auch schon nach Kinlochleven, dem Ziel unserer heutigen Etappe. Kinlochleven ist ein sehr kleiner Ort mit weniger als 1000 Einwohnern und trotzdem findet sich dort die größte Eiskletterhalle der Welt – Ice-Factor. Ice-Factor bietet eine riesige Indoor Eishalle in der Ihr euch klettern beibringen lassen könnt. Ice-Factor hat aber außerdem viele Outdoor Angebote im Programm.

Wie komme ich auf die Eiskletterhalle? Diese Halle befindet sich in den ehemaligen Aluminumwerken der Stadt. Diese Werke waren von 1907 bis zur Mitte des Jahres 2000 der größte Arbeitgeber der Umgebung. Bis zu 800 Mitarbeiter wurden hier zu Spitzenzeiten beschäftigt, 2011 wohnten nur noch 896 Menschen in Kinlochleven.

Der Ort muss aber keine Existenzängste haben, denn als größte Ortschaft direkt am West Highland Way und als idealer Ausgangspunkt für Outdoor Urlauber und Naturfreunde, steht der Ort mit seinen B&B’s und Hotels sehr gut da.

Wir kamen im Allt-na-Leven Guesthouse bei Pauline und Wullie unter und ich muss sagen das ich dort unter den dicksten und wärmsten Bettdecken geschlafen habe die mir jemals begegnet sind 😉

Meine Schienbeine hatten einigermaßen gut durchgehalten, ganz weg waren die Schmerzen aber leider nicht.

Was wir auf der letzten Etappe nach Fort William alles sahen und wie es weiter ging siehst und liest du auf der nächsten Seite.

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2 Comments

  1. Ein wirklich toller Bericht, der mich sehr neugierig auf den Weg gemacht hat. Vielen Dank für die vielen Infos!

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