Tag 6: Tyndrum – Inveroran

Distanz 15km  Wanderzeit: 4 – 5 Stunden  Höhenmeter (↑) 350m

Früh am Morgen standen wir auf und wurden sogleich von Heather nach unseren Frühstückswünschen gefragt. Ich ließ mir wieder einmal ein Full Scotish Breakfast schmecken und meine Mama bestellte Forelle. Der Knaller dabei war das Heather meinte “Forelle dauert noch ein bisschen” und Ihr Mann wenig später in die Küche kam…direkt vom Angeln…mit frischer Forelle. Ich war sofort neidisch auf die Forelle, durfte aber probieren und war begeistert! Eine frischere Forelle durfte ich bisher noch nie probieren.

Durch das Frühstück gestärkt machten wir uns frischen Mutes auf den Weg. Heute sollte es laut Reisebeschreibung einsamer und abgelegener werden. Der Wanderweg führt einen in eine Bergschlucht und man folgt die ganze Zeit der West Highland Line, einer Bahnlinie die von Glasgow nach Oban oder nach Fort William führt.

Holzforellen verabschieden uns aus Tyndrum
Holzforellen verabschieden uns aus Tyndrum

Als wir Tyndrum verließen sahen wir noch ein paar Forellen Figuren aus Holz. Ob diese von einem Künstler gemacht wurden oder ob es einfache Gartendekoration ist ließ sich nicht ausmachen, aber Tyndrum muss berühmt für seine Forellen sein wenn man sie sich schon in den Garten stellt 😉

Gar nicht weit hinter der Ortschaft ist man auch schon wieder mitten im Grünen und bewegt sich in die Bergschlucht hinein. Das grün und braun der Landschaft wusste uns sofort wieder in den Bann zu ziehen und wir liefen staunend den Wanderweg entlang. Die Bahnlinie mal links und mal rechts von uns kreuzten wir selbige ein paar mal, manchmal durch abenteuerlich enge Tunnel.

Hinein in die grüne Bergschlucht
Hinein in die grüne Bergschlucht
Schotterweg durch einen sehr flachen Tunnel
Schotterweg durch einen sehr flachen Tunnel
Die ersten freilaufenden Kühe auf unserer Wanderung
Die ersten freilaufenden Kühe auf unserer Wanderung

Eine Kuh! Auf einmal stand sie vor uns und schaute uns aus großen Augen an. Ob es sich um ein junges Hochland Rind handelt? Ich weiß es nicht. Die Bullen erkennt man ja sehr schnell an Ihren ausschweifenden Hörnern und den langen, fransigen Haaren, aber ob die Kühe die selbe “Frisur” haben? Ich werde es recherchieren 🙂

An dieser Stelle eine Bitte im Namen der Landwirte und Tiere: Füttert keine Tiere die Ihr auf eurer Wanderung trefft! Gar keine! Niemals!  Handelt es sich um wilde Tiere verlieren sie dadurch auf Dauer die Fähigkeit sich selbst zu ernähren. Handelt es sich um Nutzvieh sind diese spezielle Nahrung gewöhnt und können sich durch euer Essen den Magen verderben, was von Durchfall bis zum Tod alles nach sich ziehen kann. Also, auch wenn Ihr Kinder dabei habt und es ja ach soo niedlich aussieht…bitte, bitte, bitte nicht! Wenn Ihr euch an diese und andere Regeln in der Natur halten wollt lest euch gerne einmal meine Verhaltensregeln durch die an die Prinzipien von Leave no traace angelehnt sind.

Der Weg folgt einem Nebenarm des River Orchy
Der Weg folgt einem Nebenarm des River Orchy
Das Wasser läuft überall
Das Wasser läuft überall
Mama auf der Bridge of Orchy
Mama auf der Bridge of Orchy

Dank des River Orchy und seinen diversen Nebenarmen ist der Wandertag wieder ein reines Wasservergnügen, überall plätschert und rauscht es und Leben erfüllt jeden Winkel.

Viel zu schnell erreichten wir die Bridge of Orchy, wobei ich zugeben muss das ich einigermaßen kaputt war und mir die Schienbeine etwas weh taten. Aber da die heutige Etappe nur rund 15 Kilometer lang war würde ich schon genug Zeit haben mich am Nachmittag und Abend zu regenerieren.

Der Blick von der Bridge of Orchy war spektakulär und hatte etwas dramatisches. Diese Ausblicke sind es die es einem leicht machen sich in Schottland zu verlieben.

Blick dem Fluss entlang in die Bergschlucht
Blick dem Fluss entlang in die Bergschlucht
Die Brücke mit der Ortschaft im Hintergrund
Die Brücke mit der Ortschaft im Hintergrund

Hinter der kleinen Ortschaft, die trotz Ihrer geringen Größe einen Bahnhof hat, wurde es etwas waldiger als zuvor. Es ging nun auch wieder leicht bergauf und Wald und Heide vermischten sich zu einer Landschaft die einen an Herr der Ringe und das Auenland denken ließ..

Hinter Bridge of Orchy wurde es waldig
Hinter Bridge of Orchy wurde es waldig
Wald und Heidelandschaft in einem
Wald und Heidelandschaft in einem
Liebe Insekten, die Bar ist eröffnet
Liebe Insekten, die Bar ist eröffnet

Nachdem wir die Mischung aus Wald und Heide hinter uns gelassen hatten erreichten wir Mam Carraig von wo wir einen grandiosen Ausblick auf Tulla Loch hatten an dessen Westufer sich unser Tagesziel, das Inveroran Hotel befand.

Und der Baum so "I'm still standing yeah yeah yeah"
Und der Baum so “I’m still standing yeah yeah yeah”
Loch Tulla...
Loch Tulla…
...in voller Pracht
…in voller Pracht
Ein kleiner Bach der das...
Ein kleiner Bach der das…
...Inveroran Hotel...
…Inveroran Hotel…
...unter einer kleinen Brücke passiert
…unter einer kleinen Brücke passiert

Das Inveroran Hotel befindet sich mitten im Nirgendwo und ist damit wunderschön gelegen. Wir waren sehr früh dran und Mama wollte noch ein bisschen durch die Gegend wandern. Da mir die Schienbeine nach wie vor weh taten, beschloss ich mich für 1, 2 Stunden hinzulegen und mich zu regenerieren.

Am Abend aßen wir wieder sehr gut und nach ein paar Seiten meines Buches war für mich Feierabend und ich ging schlafen.

Wie das Rannoch Moor uns behandelte durch das wir am nächsten Tag wandern sollten liest du auf der nächsten Seite.

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2 Comments

  1. Ein wirklich toller Bericht, der mich sehr neugierig auf den Weg gemacht hat. Vielen Dank für die vielen Infos!

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