Tag 5: Inverarnan – Tyndrum

Distanz 20km  Wanderzeit: 5 – 7 Stunden  Höhenmeter (↑) 550m

Auf unserem heutigen Abschnitt ging es um Heilige und Brücken. Im Ernst, heute haben wir viele viele Brücken gekreuzt. Für mich als Fan von Geplätscher und Rauschen des Wassers unglaublich schön und auch Mama war begeistert.

Nach einem Frühstück in der Lounge & Bar – diesmal in Form eines Buffet – ging es mit frisch gepackten Rucksäcken wieder los. Unsere ständigen Begleiter heute waren die Flüsse “Fillan” und “Falloch” die wir mehrfach kreuzten und deren diverse Zuläufe aus den umliegenden Bergen.

Nach etwa drei Kilometern erreicht man die Falls of Falloch. Also, man würde sie erreichen wenn man denn Instruktionen hat in denen dieser Wasserfall erwähnt ist. Hier muss Hillwalk Tours dringend nacharbeiten. Für mich bedeutet das natürlich auch, das ich trotz Reiseunterlagen selbst einen Reiseführer besorge und mir markante und sehenswerte Stellen selbst notiere.

Falls of Falloch bedeutet auf Deutsch übersetzt so viel wie “versteckte Wasserfälle” und für uns hat der Name sich selbst alle Ehre gemacht 😉

Bach bei den Falls of Falloch
Bach bei den Falls of Falloch

Kurz vor Crianlarich, der Hälfte unserer Tagesetappe, lichtete sich der Wald durch den uns der Weg größtenteils führte und gab den Blick auf den Ben More frei. Der Ben More ist mit 1174 Metern Höhe einer der zahlreichen Munros in Schottland, nördlich des Flusses Tay ist er sogar der höchste.

Blick in Richtung Ben More
Blick in Richtung Ben More

Weiter ging es in Richtung unseres Heiligen des Tages, St. Fillan. Vorher kam aber noch eine ganz besondere der diversen Brücken die wir heute überquerten – eine Bahnbrücke. Diese Brücke taucht wie aus dem Nichts auf und mit Ihren moosbewachsenen Natursteinen und der gewundenen Treppe die darunter hindurchführt sieht sie einfach großartig aus.

Das zweite Foto könnte auch aus meiner Heimatstadt Hamburg stammen und zwar aus dem Miniaturwunderland. Das ist eine riesige Modelleisenbahnanlage die jedes Jahr Millionen Besucher anzieht und auch dort gibt es so wunderschöne Details zu bewundern.

Bahnviadukt vor Auchreoch
Bahnviadukt vor Auchreoch
Wie in einer Modelleisenbahn fotografiert
Wie in einer Modelleisenbahnanlage fotografiert

Nun kamen wir aber endlich an die Ruinen des Klosters Sankt Fillan von denen es an dieser Stelle leider keine Fotos gibt, das Foto der Infotafel ist aber wieder etwas geworden. Mit diesem technischen Fauxpas habe ich mir die Grundlage geschaffen den West Highland Way beizeiten noch einmal zu wandern 🙂

St. Fillan wurden heilende Kräfte zugesprochen und er ist außerdem der Schutzpatron der Geisteskranken. Vermutlich ist er mir deswegen sofort sympathisch gewesen.

"Fillan"-Infotafel an der Ruine des Klosters St Fillan
“Fillan”-Infotafel an der Ruine des Klosters St Fillan

Weil wir beide heute ziemlich kaputt von der nicht steilen aber stetigen Wanderung bergauf waren, wollten wir unbedingt bei Kaffee und Tee mal eine halbe Stunde die Füße hochlegen. Bisher war allerdings auf dem ganzen Weg keine Möglichkeit dazu. Wir hätten einige Kilometer vorher nach Crianlarich abbiegen können um dort zu pausieren, dachten uns aber das wir lieber weiter dem West Highland Way folgen um unsere Tagesetappe zu schaffen. Hätten wir da gewusst wie nah wir unserem Ziel schon waren hätten wir uns mehr Zeit genommen.

Direkt hinter der Infotafel zu St. Fillan sahen wir in einiger Entfernung eine Ansammlung von Häusern, hier wollten wir unser Glück versuchen. Wir liefen also hin, mussten aber feststellen das es sich “nur” um das SRUC Hill & Mountain Research Center handelte. Das SRUC forscht nach ökonomischen und ökologischen Lösungen für das Landmanagement, wobei der Fokus auf der Reduzierung der Treibhausgasemissionen liegt.

Es gab also jede Menge Wissenschaft, aber weder Tee noch Kaffee.

Rast bei den Strathfillan Wigwams
Rast bei den Strathfillan Wigwams

Nicht mal einen Kilometer weiter sollten wir nun aber am Shop der Strathfillan Wigwams fündig werden. Die Holzhütten in Zeltform und die Zeltplätze ließen es schon erahnen, hier gibt es eine Stärkung! Und siehe da, einmal um die Ecke gebogen standen wir vor der Trading Post. Hier gab es sowohl Tee als auch Kaffee und außerdem die erste Bacon Roll meines Lebens – großartig! Was ist eine Bacon Roll? Einfach zwei Scheiben weiches Brown Bred, viel gute Butter und noch viel Mehr guter Bacon – das gibt Kraft!

Ich zog die Schuhe aus und war das erste Mal während dieser Wanderung froh darüber. Wir saßen etwa eine Stunde in der Sonne und sahen dem Treiben um uns herum zu, danach ging es weiter.

Viel schneller als erwartet erreichten wir nach kurzer Wanderung Tyndrum. Wir fragten uns zum Tigh na Fraoch B&B durch in dem uns Heather freundlich begrüßte. Wieder einmal hatten wir eine Großartige Unterkunft gefunden.

Nachdem wir geduscht hatten und uns Stadtfein gemacht haben gingen wir durch die kleine Ortschaft um im Tyndrum Inn zu Abend zu essen und noch ein, zwei Bier zu trinken. Etwa zwei Stunden später gingen wir zurück und fielen erschöpft in unsere Betten.

Wer den frischesten Fisch des Urlaubs hatte und warum es einsam wurde lest Ihr auf der nächsten Seite.

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2 Comments

  1. Ein wirklich toller Bericht, der mich sehr neugierig auf den Weg gemacht hat. Vielen Dank für die vielen Infos!

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